Patienten profitieren von spezieller Gymnastik

Patienten mit Handarthrose sollten ihre Hände nicht in den Schoß legen. Eine Studie aus Norwegen zeigt: Spezielle Übungen mit kleinen Gummibällen und Bändern können die Beschwerden deutlich mindern. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im Fachmagazin „Annals of the Rheumatic Diseases“ veröffentlicht.

Für die Studie hatte ein Team aus Ergotherapeuten und Rheumatolgen 80 Frauen mit Handarthrose untersucht. Sie waren im Schnitt 61 Jahre alt und litten trotz medikamentöser Behandlung unter Beschwerden, die sie bei Alltagsaktivitäten deutlich einschränkten. 40 Frauen nahmen über drei Monate an einem Gymnastikprogramm teil, die andere Hälfte der Teilnehmerinnen bildete die Kontrollgruppe. Die Gymnastikgruppe machte unter anderem Griffübungen mit einem kleinen Gummiball und trainierte das Daumengelenk mit Gummibändern. Dabei steigerten die Teilnehmerinnen die Dauer der Übungen wöchentlich, von anfangs zehn Wiederholungen auf bis zu 15.

Verbesserungen bei Alltagsaktivitäten und weniger Schmerzen

Wie die Wissenschaftler berichteten, zeigten sich nach drei Monaten deutliche Unterschiede: Auf der sogenannten Patient-Specific Functional Scale (PSFS), einer Zehn-Punkte-Skala, die die Fähigkeit misst, Alltagstätigkeiten auszuführen, lag die Gymnastikgruppe mit einem Unterschied von 1,4 Punkten signifikant vorne. 13 Frauen berichteten von einer Besserung, in der Kontrollgruppe waren es dagegen nur zwei. Über Verschlechterungen klagten lediglich zwei Frauen aus der inaktiven Gruppe. Auch die Ergebnisse der Messung von Gelenkschmerzen und Griffstärke sprachen für die Handgymnastik: Nach den OMERACT-OARSI-Kriterien (OMERACT steht für Outcome Measures in Rheumatoid Arthritis Clinical Trials, OARSI für Osteoarthritis Research Society International) sprachen 16 Frauen auf die Gymnastik an.

Spezielle Übungen, so das Fazit der Wissenschaftler, zeigten bei Patientinnen mit Handarthrose deutliche Verbesserungen bei den Alltagsaktivitäten und der Greifkraft. Zudem reduzierten sie die Gelenkschmerzen.

Quelle: Berichte finden Sie auch online auf up-aktuell.de und in Printausgabe „unternehmen praxis“.